Funk auf Luftschiffen


09.08.07

zoom„Oh, humanity!“
Herbert Morrison war als Reporter für WLS, Chicago, in Lakehurst. Seine Reportage wurde vom Techniker Charles Nehlsen auf einem Presto-Recorder aufgezeichnet. Diese Geräte hatten einen übergroßen Plattenteller (16 Zoll) und konnten Wachsplatten schneiden, vorausgesetzt, dass die Anlage exakt waagrecht ausgerichtet und von Erschütterungen frei war.
Morrison beschreibt zunächst, wie die Landung vor sich gehen sollte und weist wiederholt auf die ungünstige Wetterlage hin. Als das Luftschiff in Sicht kommt, kommentiert er: „Die Airship is going to make an attempt at landing in the rain.“ Wenig später unterbricht er mitten im Satz und ruft: „It bursts into flames!“ Die Aufnahme wird kurzzeitig unterbrochen, weil die Schockwelle der Explosion den Tonarm beeinflusst. Erst zeichnet er tiefe Einschnitte in die Wachsrille, dann hebt Charles Nehlsen den Tonarm ab und setzt ihn neu auf. Morrison spricht weiter, stockend, mit tränenerstickter Stimme. Später berichtet er mit mehreren Unterbrechungen über den Verlauf der Ereignisse und interviewt einige Überlebende.
Die Aufzeichnung war ein Ausnahmefall, da es den Sendegesellschaften untersagt war, Schallplatten wiederzugeben, Musikbrücken und Geräusche ausgenommen. Eine Live-Übertragung aus Lakehurst war aber in diesem konkreten Fall nicht möglich. Noch am selben Abend fuhren Morrison und Nehlsen nach Chicago zurück. Auszüge aus der Reportage wurdem am nächsten Morgen von WLS ausgestrahlt, das zur Sendergruppe NBC gehörte. Fünf Minuten wurden am 7. Mai für New York und im „Red Network“ gesendet; im Laufe des Tages übernahmen landesweit Stationen Teile des Berichts.
Das aufgezeichnete Material, insgesamt 37 Minuten, ist auf mehreren Schallträgern in den National Archives archiviert.

Bildstrecke: Die letzten Stunden der letzten Fahrt



Download [969.9 KB]Reportage von Herb Morrisson - Ausschnitt [01:00] [MP3 , 969.9 KB]

<< zurück | < zur Übersicht



QSL Collection - Dokumentationsarchiv Funk

A1

Sponsor - Server

A1