Die Funkstation DI9AA

Die Funkstation DI9AAzoom ...Die Bordspannung war unbrauchbar, also wurde im Maschinenraum ein Umformer installiert und entsprechend den Anforderungen entstört. 50m Marinekabel wurden durch die Bilg bis zum Arbeitsplatz des Funkers verlegt. Als Empfänger wurde ein KST vorgesehen, der aber erst modernisiert werden musste. Darüber hinaus waren zu erstellen: ein Hochspannungsnetzgerät für einen Lo40K39, eine Kontrollschalttafel, das Modulationsgerät für G2- bzw. G3-Modulation. Um den Sprechverkehr mit den Beibooten durchführen zu können, die mit Hand-Talkies ausgerüstet waren, musste auch noch ein getrennter 10m-Sender gebaut werden. ... Als Abreisetag war der 22. August 1953 festgesetzt worden, und bis dahin hatten die OMs Dahms, Depdolla, Keil, Klier, Luehrs, Mangelsen, Retter, Rettig, Rottenburg, Schmahl, Schoschinski, Schroeter, Schwerdtner, Senkowski und der Verfasser alle Hände voll zu tun, um alles fertig zu bekommen."
Wie gut also, dass sich der Start der Expedition abermals verschoben hatte! Der DARC-Baugruppe wurde eine besondere Ehre zuteil: sie durfte bis Cuxhaven mitfahren.
Insgesamt wurden im Verlauf der Expedition mehr als tausend Funkkontakte in CW und Fonie abgewickelt.Zwischendurch war (im Heft 3/1954) beklagt worden, dass man den Funker Dr. Heino Sommer im Februar zwar in Deutschland als TI9AA gehört hatte, nicht aber mit ihm in Kontakt treten konnte: "Leider war wegen QRM durch USA kein QSO möglich, und außerdem fehlt dem Op jegliche Routine, innerhalb kurzer Zeit eine größere Anzahl von Stationen abfertigen zu können."

Ein berührendes Zeugnis ist die hier reproduzierte Korrespondenz: Hans Pazem DL1KB bestellte Grüße an seine Familie - und seine Tante, Martha Huth, geb. Sommer, bedankt sich für dieses Lebenszeichen von ihrem Neffen: Sehr geehrter Herr Pazem; so riesig freute ich mich über Ihr Briefchen heute, dass ich Ihnen gleich antworten möchte. Haben Sie tausend Dank für Ihre gute Botschaft, die mich sehr glücklich und froh machte. Mein Neffe Heino, der einzige Sohn meines verstorbenen Bruders, lebt hier bei uns und wir sind innig verbunden mit ihm. / Es wäre ja wunderbar, wenn Sie das Schiff "Xarifa" ab und zu anrufen könnten, und uns dann freunlicherweise kurz Nachricht geben würden. / Sagen Sie meinem Neffen, wenn Sie ihn nochmal durch den Äther hören, wir dächten in Liebe an ihn, und tausend gute Wünsche begleiteten ihn. / Nun ist der Sonntagmorgen nochmal so schön durch Ihre frohe Nachricht. / Ich grüße Sie freundlichst / Ihre / Martha Huth

Bei einer der letzten Funkverbindungen mit DI9AA hatte noch einmal Martha Klein DL6YL die Hand im Spiel. Heino Sommer konnte die Sender der Hafenbehörden nicht erreichen, da sie auf einer anderen Wellenlänge sendeten. Martha gelang es, einen Italiener mit Wohnsitz Genua aus dem Äther zu fischen, der die Hafenbehörden telefonisch verständigte - keinen Augenblick zu spät, denn schon eine halbe Stunde später lief das Schiff ein. Auf der Mole wartete bereits die Frau von Dr. Eibl-Eibesfeldt mit dem Baby: Auch diese Überraschung hatte Martha eingefädelt und über Funk den Transport organisiert.



Download [97.9 KB]Korrespondenz Pazem-Huth [PDF , 97.9 KB]

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