Pater Roberto Landell do Moura


Vom „Tellegostom“ zum „Teatrofonico“

Vom „Tellegostom“ zum „Teatrofonico“zoom
Am 9. März 1901 meldete Landell das gemeinsame Prinzip seiner Erfindungen zum Patent an. In seiner Heimat verkannt, unverstanden, fasst er einen kühnen Entschluss. Er lässt sich von seinem Priesteramt entbinden, reist in die Vereinigten Staaten, richtet im New Yorker Stadtteil Manhattan ein physikalisches Laboratorium ein und verbringt die nächsten drei Jahre mit dem Kampf um die Einreichung und Anerkennung der Patente für seinen „Wave Transmitter“.
Die zuvor genannten fünf Geräte werden als Sendesysteme im Patent wie folgt beschrieben:
Erstes System: akustische Sendung der Stimme auf kurze Entfernung mit Hilfe der Luftströmung in der gleichen Richtung.
Zweites System: der Luftstrom wird durch ein Lichtbündel ersetzt.
Drittes System: elektrische Sendung durch ein von einem Lichtbogen oder einer anderen Strahlungsquelle erzeugtes Lichtbündel und einer Selenkapsel beim Empfänger.
Viertes System: Elektromagnetische Sendung mittels elektrischer und strahlender Schwingungen, erzeugt von einer „Lampe“ (Senderöhre?), die Landell als „cintilante“ bezeichnet.
Fünftes System: elektrische Sendung durch Aufleuchten der „cintilante“, die als Wellensender arbeitet.

Drahtgebundene und drahtlose Telegrafie sind unterdessen unaufhaltsam auf dem Vormarsch. Was Landell in seinen Erfindungen beansprucht, steht freilich in krassem Gegensatz zu allen bisherigen Erfahrungen und Erkenntnissen: Er könne das gesprochene Wort ohne Mikrofon durch ein Lichtbündel „praktisch bis in die Unendlichkeit“ übertragen. Ein spezieller Empfänger sei nicht erforderlich, denn „jedermann könne die Nachricht allein mit den Sinnesorganen aufnehmen.“ Dass derartige Behauptungen dazu führten, dass zum einen die Anerkennung der Patente zunächst von einer praktischen Vorführung abhängig gemacht wurde (über die kein Nachweis zu finden ist) und zum anderen die katholische Kirche um ihren „guten Ruf“ fürchtete und Landell vorübergehend das Priesteramt entzog.



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