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oe1_dc_2018

ORF Ö1 – #doublecheck

11.05.

oe1_dc_2018zoomWie wird über die Medien Politik gemacht, wer profitiert? Worüber spricht das Netz, und was davon sollte uns interessieren?
Archivnummern: AP/m_mm1/oe1_dc_2018_(Sendedatum)
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Datum Inhalt Dauer
05.01 Sind die Journalisten zu nah dran? Sind wir zu nah dran an denen, über die wir berichten? Merken wir, wenn wir von unseren Interviewpartnern instrumentalisiert werden? Unser Medienmagazin #doublecheck beschäftigt sich mit dem Thema Nähe und Distanz im Journalismus. Man spricht von der sogenannten "Verhaberung", wenn Journalisten und ihre Interviewpartner allzu gut befreundet sind und eine Hand die andere wäscht. Alle wissen, das gibt es. Zum Beispiel in der Politik, im Sport, in der Kultur. Wenige reden darüber. Wir schon. 1) Sagen wir doch "Du". Die ORF-Sommergespräche, daran hat Tarek Leitner wohl nicht die besten Erinnerungen. Seine familiäre Verbindung zu SPÖ-Chef Christian Kern wurde zum Thema, man warf ihm Befangenheit vor. Anlass für die Debatte, ab wann man eigentlich befangen ist? Dürfen Journalisten mit ihren Interviewpartnern per Du sein? Manche haben kein Problem damit. Und von Politikern wird das Du und die vermeintliche Nähe ja durchaus mit Kalkül eingesetzt. 2) Politik, Sport und Kultur: Man kennt sich. Ab wann man sich zu gut kennt, um ein unvoreingenommenes Interview zu machen, definieren Journalisten und Journalisten durchaus unterschiedlich. Neben der Politik sind zum Beispiel auch in der Sport- und der Kulturberichterstattung Naheverhältnisse ein Thema. Wenn man monatelang mit Skifahrern auf Reisen ist und mit dem Skiverband auch durch Verträge eng verknüpft, kann man dann noch unbefangen zum Beispiel über Missbrauchsfälle im Skisport berichten? 3) Spin-Doktoren und Instrumentalisierung. Alteingesessene Journalisten und Journalistinnen behaupten sogar, in Österreich gäbe es keinen investigativen Journalismus. Wenn ein großer Skandal auffliegt, dann habe wahrscheinlich die gegnerische politische Partei Journalisten oder Journalistinnen die Information gesteckt, so die These. Viele Gründe also, um den Drahtseilakt zwischen Nähe und Distanz im Journalismus ins Bewusstsein zu rücken und zum Thema zu machen. 24:55
23.01 doublecheck-Update: Wie verhabert sind eigentlich Journalisten untereinander? Was das NDR-Medienmagazin "Zapp" gegen zuviel Nähe unternimmt. Anja Reschke über redaktionelle Unabhängigkeit und selbstgezogene Grenzen 13:43
02.02 Strategen, Kontrolleure und Ausputzer Nach sieben Wochen Schwarz-Blau ist die Kommunikationsstrategie der Bundesregierung unverkennbar. Fragen von Journalisten sind gut, aber Message Control ist besser. Welche Botschaften hinausgehen sollen und welche nicht, entscheidet das Kanzlerbüro. Es gelingt freilich nicht immer. Die Koalition hat auch große medienpolitische Pläne, über die #doublecheck mit ÖVP-Medienminister Gernot Blümel und FPÖ-Mediensprecher Hans-Jörg Jenewein gesprochen hat. Wobei vom FPÖ-Mann ein überraschend klares Bekenntnis zum öffentlich-rechtlichen ORF gekommen ist. 1) Balsam für ORF - Druck auf Journalisten Jenewein ist als FPÖ-Mediensprecher das direkte Gegenüber der ÖVP in Sachen Medienpolitik. Und Jenewein deutet eine Kursänderung in Sachen ORF-Gebühren an, wenn er sagt, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mit seinen qualitätsvollen Inhalten erhalten werden soll. Wenn man sich dazu bekenne, müsse man konsequenterweise auch die Finanzierung absichern, sagt Jenewein. Sparen bei der GIS-Gebühr will er dennoch, Spielraum sieht er bei dem Anteil an den Gebühreneinnahmen, der nicht an den ORF geht. Durchaus kritisch sind die Töne, die die Regierungspartei FPÖ gegenüber Journalisten - innerhalb und außerhalb des ORF - anschlägt. 2) Blümel will ein rotweißrotes Google bauen Medienminister Gernot Blümel von der ÖVP beschäftigt sich lieber mit einer großen medienpolitischen Vision. Er will die im Regierungsprogramm vereinbarte gemeinsame Vermarktungsplattform von ORF und Privaten für Online-Werbung im Idealfall zu einer Art Austro-Google ausbauen. Es soll also nicht nur um gemeinsame Werbevermarktung gehen, sondern auch um den Austausch von Inhalten. Damit will der Minister auf dem von Internetgiganten wie Google und Facebook, aber auch von großen ausländischen Medienkonzernen beherrschten Markt die österreichische Identität bewahren. #doublecheck hat mit österreichischen Playern gesprochen und nachgefragt, was eigentlich die Wettbewerbsbehörde von diesen Plänen hält. 3) Kommunikation überwiegt noch den Inhalt Die strenge Kommunikationskontrolle seitens der Regierung sieht Gernot Blümel, der ja auch ÖVP-Regierungskoordinator ist, naturgemäß positiv. Er spricht von "Professionalität". Das bescheinigen der Koalition in dem Punkt auch Kommunikationsexperten, die für frühere Regierungen gearbeitet haben. Österreich folge hier einem internationalen Trend. Der allerdings Journalisten weniger freut, weil der Zugang zu den Regierungspolitikern letztlich eingeschränkt wird. Die neu geschaffene Funktion des Regierungssprechers bringt da keine wesentliche Verbesserung. 24:55
13.02 doublecheck-Update: Eine Regierungspartei im medialen Paralleluniversum. "Unzensuriert" und "Wochenblick" sind nicht zu fassen. Die Welt des Andreas Unterberger 17:32
02.03 Die Angst der Medien vor ihren Fehlern In der journalistischen Arbeit passieren Fehler, das ist nicht neu. Heute sorgen aber die Sozialen Medien dafür, dass diese Fehler niemandem verborgen bleiben. Es besteht Handlungsbedarf.Durch knappe personelle Ressourcen und Arbeitsverdichtung aufgrund neuer Produkte und vieler neuer Medien, die bespielt werden müssen, steigt der redaktionelle Druck. Und damit auch die Fehleranfälligkeit. Dem ORF, der als öffentlich-rechtlicher Sender unter besonderer Beobachtung des Publikums, aber auch der Politik steht, werden Fehler gern als Manipulation mit weltanschaulich motiviertem Hintergrund ausgelegt. Das Aussitzen und Verschweigen von Fehlleistungen macht es nicht besser, sondern verschärft die Situation oft. Das hat die letztlich manipulativ geschnittene Reportage des ORF Tirol über den Landtagswahlkampf der FPÖ gezeigt. Der ORF will jetzt eine neue Fehlerkultur entwickeln und damit auch Vorreiter in der Branche werden. Wenig kritikfähige Redaktionen Denn von einem transparenten Umgang mit Fehlern, wie er im angloamerikanischen Raum zu sehen ist, ist Österreichs Medienbranche weit entfernt. Es gibt punktuelle Ausnahmen, aber in der Regel schwindelt man sich durch, wenn einmal etwas danebengegangen ist. Es fängt schon damit an, dass Blattkritik und Sendungskritik zwar gemacht werden, aber meist nur halbherzig und unter schlechten Rahmenbedingungen, wie eine Untersuchung ergeben hat. Wer nicht kritikfähig ist, tut sich natürlich auch schwer damit, Fehler zuzugeben und um Entschuldigung zu bitten. Dabei ist das eine wichtige Voraussetzung, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Hitziges medienpolitisches Gefecht Die aktuelle Diskussion über die ORF-Berichterstattung findet unter den verschärften Bedingungen mehrerer Landtagswahlkämpfe und gewisser Turbulenzen in der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung statt. Wobei vor allem die FPÖ gerade in der Medienpolitik noch nach ihrer staatspolitischen Rolle sucht. Parteiobmann Vizekanzler Heinz-Christian Strache hat sich jedenfalls zuletzt über den ORF geäußert, als ob er immer noch in Opposition wäre. Ein weithin umstrittenes Posting von Strache hat dazu geführt, dass der prominente ORF-Moderator Armin Wolf als Person und der ORF als Medienunternehmen sich mit Klagen gegen den Vizekanzler zur Wehr setzen. Eine ungewöhnliche Situation, die über die Grenzen hinaus Beachtung findet. No-Billag-Initiative als Gradmesser In der Schweiz findet am 4. März die Abstimmung über die No-Billag-Initiative statt, dabei wird sich entscheiden, ob die gebührenfinanzierte SRG weiterbestehen wird oder nicht. Zuletzt hat sich die Stimmung gegen die Initiative gedreht, der öffentlich-rechtliche Sender der Schweiz hat breite Unterstützung von praktisch allen anderen Medien des Landes bekommen. Die Erkenntnis, dass noch dazu in so einem kleinen Land keine Qualitätsprogramme ohne Gebührenfinanzierung gemacht werden können, steht im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte. Der Ausgang des Referendums wird auch die Debatten über die Öffentlich-Rechtlichen in Österreich und Deutschland prägen. 24:57
23.03 doublecheck-Update: Rundfunkgebühren oder Steuergeld für Öffentlich-Rechtliche? Das Beispiel Dänemark zeigt aktuell, dass das nicht egal ist. No-Billag-Initiative in der Schweiz ist Geschichte, hat aber Spuren hinterlassen fehlt
06.04 Welche Zukunft hat das Radio? Wie und was wir hören, verändert sich, vor allem da unsere Handys zu Radiogeräten werden. Immer mehr Menschen, vor allem junge, hören Musik im Internet. Auch Podcasts werden immer beliebter. Wie können sich Radiosender in diesem Konkurrenzkampf um die Aufmerksamkeit unserer Ohren behaupten? #doublecheck fragt auch: Was unterscheidet öffentlich-rechtliche Radiosender wie Ö3 von der privaten Konkurrenz? Und wie entwickelt sich die kleine österreichische Podcast-Szene? Das Radio ist tot - es lebe Audio "Das Radio ist tot, aber wir leben im goldenen Zeitalter von Audio", sagt ein britischer Zukunftsforscher. Es wird mehr gehört denn je, aber eben nicht nur vor dem Radiogerät, sondern vor allem im Internet. Googles Videoplattform YouTube ist längst zu einem der beliebtesten Wege geworden, Musik zu hören. Der Jugendsender der BBC, Radio 1, hat auf YouTube viereinhalb Millionen Abonnenten. Auch Sprachassistenten wie "Alexa" von Amazon werden zu Radiogeräten, Kunden rufen Radionachrichten individuell ab. Das ist in Österreich noch wenig verbreitet, hier zeigt sich aber ein starkes Wachstum. BBC und Sveriges Radio zeigen neue Wege Noch nie hatte die BBC so wenig junge Hörer wie heute, auch beim schwedischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk schalten immer weniger Junge ein. Beide Radioanstalten reagieren mit einem neuen Angebot: Eigens fürs Internet werden Programme geplant, vor allem Podcasts, die BBC erreicht so ein Millionenpublikum, das nie die BBC-Radiosender hört. Beide setzen auf personalisiertes Hören via App am Smartphone. Das klassische Radiohören sei deshalb noch lange nicht tot, sagt die Chefin des schwedischen Radios, aber die Sender würden sich eher auf Liveberichterstattung konzentrieren, aufwändigere längere Programme biete man als Podcast an. In Österreich geht alles langsamer YouTube-Kanal, sendungsunabhängige Podcasts oder Musikauswahl per Algorithmus sind den ORF-Sendern per Gesetz verboten, Ö3 und Ö1 sehen die Entwicklungen dennoch konträr. Privatradios experimentieren. In diesem Spannungsfeld erklärt #doublecheck, wie sich Ö3 von den Privatradios unterscheidet und was an dem Sender öffentlich-rechtlich ist - zumal immer wieder die Forderung zu hören ist, Ö3 solle privatisiert werden. Podcasts "Made in Austria" In den USA hat vor zehn Jahren ein Podcast-Boom begonnen, in Europa kommt der Trend langsamer. Besonders sichtbar ist das Interesse an Podcasts aber in der jungen Zielgruppe. Während in Deutschland vor allem große Medienhäuser Podcasts machen, gibt es in Österreich eine kleine unabhängige Gruppe von Podcast-Machern. #doublecheck hat sie gefragt, was der Reiz dahinter ist, was Podcasts von Radio unterscheidet, und ob man damit Geld verdienen kann. 24:55
04.05 Wie nah ist uns das Fernsehen? Mit der Fernbedienung auf dem Sofa versinken und den Lieblingssender schauen - für viele gehört das immer noch zur Tagesroutine, aber das jüngere Publikum hat damit immer weniger am Hut. Heute ist der Kampf um die Aufmerksamkeit härter denn je. Was macht gutes Fernsehprogramm aus? Wie besteht man im Wettkampf mit Netflix und youTube? Und warum boomen Talkshows? Eine Kochshow kommt, eine Kochshow floppt. "Meine Mama kocht besser als deine" hat nach drei Folgen keinen Platz mehr im Hauptabend. ORF1 versucht, sich neu zu erfinden, und da wird vieles ausprobiert. Momentan ist der Sender eine Baustelle, wo bald Neues entstehen soll. Eine Infoshow ist geplant, Details sollen bald vorgestellt werden. Für ein jüngeres Publikum positioniert hat sich ORF1 schon länger. Information darf auch unterhalten Da gibt es auch schon einige Erfahrungen, wie hart der Kampf um neue Formate sein kann. Und wie man es schaffen kann, Information unterhaltsam zu machen, ohne niveaulos zu werden. Das ist übrigens auch für den Privatsender Puls4 eine Frage des Selbstverständnisses. Der Sender setzt ja stark darauf, mit Public-Value-Sendungen zu punkten, nicht zuletzt um künftig noch mehr Förderung aus den Rundfunkgebühren zu bekommen. Immer mehr Medien wollen talken Public Value, das sind auch Polit-Talks, an denen sich immer mehr Medien - neuerdings auch die "Kronen Zeitung" online - versuchen. Je reißerischer der Titel und das Thema, desto besser die Quote, scheint hier oft das Motto zu sein. Wir fragen nach, wie unterschiedlich ORF, Puls4 oder Servus TV an die Sache herangehen, und warum Politiker sich lieber zum einen als zum anderen setzen. Glotzen Sie noch oder streamen Sie schon? Sitzt das junge Publikum noch vor dem Fernseher? Die Antwort ist "Ja, aber" - denn natürlich konsumieren unter 30-Jährige Bewegtbilder immer mehr Online. TV-Programm-Macher kämpfen mit youTube und Streaming-Diensten wie Netflix um die Aufmerksamkeit. Fernsehen, so sagen sie, sei den Menschen näher als Online. Und Online brauche wiederum andere Geschichten. #doublecheck begibt sich auf die Suche nach Erfolgsrezepten für die Zukunft. 25:11

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