Funk auf Luftschiffen


LZ126 / ZRS-3, "'USS Los Angeles"

LZ126 / ZRS-3, ''USS Los Angeles'zoomDer Zeppelin LZ126 wurde im Jahr 1923 gebaut, und bedeutete nach dem ersten Weltkrieg für die Zeppelin-Gesellschaft den Wiedereinstieg in den Luftschiffbau. Dieser Zeppelin war Teil der Reparationszahlungen an die USA und wurde an die US-Marine geliefert. Die Überführung nach Amerika war vom 12. bis 15. Oktober 1924. (Bild: Landung in Lakehurst, 15. Oktober).

Die funktechnische Anlage
"Das Jännerheft 1925 der verbreitetsten Radioamateurzeitschrift Amerikas (Auflage 400.000!). die „Radio News“, geleitet von H. Gernsback, bringt einen interessanten Bericht von Kapitän H.C. Flemming, Chef-Radiooperateur des an Amerika gelieferten Zeppelins ZR3 über die Verwendung der Radiotechnik bei der Überfahrt dieses Luftschiffes über den atlantischen Ozean. Flemming stellt fest, dass die gesicherte Überfahrt ohne eine radiotelegraphische und radiotelephonische Ausrüstung nicht möglich gewesen wäre, wegen der Wichtigkeit einer ununterbrochenen Information über die gesamte Wetterlage und der Notwendigkeit einer schnellen, von allen Witterungsverhältnissen unabhängigen Feststellung des jeweiligen Schiffsortes, Erfordernisse, wie sie nur radiotechnisch zu lösen sind.
Die Radioausrüstung bestand aus 5 Einheiten. Ein Röhrentelegraphiesender von 400 Watt Leistung sicherte den Verkehr auf mindestens 2000 km Reichweite. Die Energie für ihn lieferte ein Windmotor, dessen Umdrehungszahl in sinnreicher Weise der jeweiligen Fahrtgeschwindigkeit entsprechend dadurch reguliert werden konnte, daß er gegen die Fahrtrichtung verschwenkbar war. Als Reserve diente ein Löschfunkensender. Für Landungszwecke war noch ein kleiner Telephoniesender vorgesehen (von 50 W), der aber bereits den Verkehr bis auf 400 km ermöglichte. Für Empfangszwecke diente ein Detektor-Apparat mit 2 Stufen Niederfrequenz. Zu dieser Ausrüstung gesellte sich als wichtigster Bestandteil noch ein Radiokompaß, d..h. ein hochempfindlicher Empfangsapparat, dessen Rahmenantenne als Richtorgan diente. Mit diesem konnte die Fahrtrichtung mit Bezug auf die Großstationen Europas und späterhin der Vereinigten Staaten festgelegt werden, wovon der Führer des Luftschiffes in ausgiebigster Weise Gebrauch machte.
Flemming beklagte sich viel über die Störungen durch die Schiffssender, insbesonders jene mit alten Löschfunkapparaten, die auf ein großes Wellenband störten und sehr häufig Wiederholungen der Telegramme notwendig machten. Die athmosphärischen Störungen waren ebenfalls beträchtlich. Interessant ist die Tatsache, daß die Zeitung ‚New York Times’ die Sendungen des ZR3 vom Beginn seiner Ausreise an hörte und daß die Lautstärke des Empfanges annähernd während der ganzen Fahrt gleichblieb, selbst als das Luftschiff schon über New York fuhr.“ (Zitiert nach: „Radio-Wien“ Nr. 43, 9.-15. August 1925)

In den USA fuhr das Luftschiff, nun mit Namen ZRS-3 "USS Los Angeles", mit Heliumbefüllung. Dieses Luftschiff war 200 m lang, hatte einen Durchmesser von 27,6 m und ein Volumen von 70000 m3. Die Leistung der 5 Maybach-Motoren betrug zusammen 2000 PS. Die Los Angeles konnte eine Nutzlast von 46000 kg tragen. Dieses Luftschiff wurde 1936 außer Dienst gestellt.



Download [2.7 MB]Beschreibung der Funkanlanlage, in: 'Radio für alle', Oktober 1923 [PDF , 2.7 MB]

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