Wer erfand die QSL-Karte?


Die vorgeblich erste QSL-Karte

Die vorgeblich erste QSL-KartezoomEin Allrounder im Funkbetrieb
Bill experimentierte in und mit allen Betriebsarten: Funkensender, Tonic Train, CW und Fonie (wobei er meist Grammophonplatten abspielte, aber auch gelegentlich mit lokalen "Talenten" regelrechte Rundfunksendungen gestaltete). Da als Stromquelle Akkumulatoren, Trockenbatterien oder handbetriebene Generatoren dienen mussten, erfolgten die Aussendungen stets mit geringer Leistung. Das änderte sich erst, als die Geräte an das Stromnetz angeschlossen werden konnten. Bill war auf allen zugelassenen Wellenlängen zugange und musste nur auf 100m verzichten, da er den Funkbetrieb des Aerodroms in Croydon störte.
Nach den erfolgreichen Transatlantik-Tests stand Bill regelmäßig auf 180m in Kontakt mit 2JZ in Aberdeen (siehe Foto). Das erregte große Aufmerksamkeit, denn außer ihm konnte niemand die Station in Schottland aufnehmen.
Im Frühjahr 1924 musste Bill kurzfristrig für Gerry Marcuse einspringen, der einen Vortrag über die Rundspruchstation 2LO halten sollte. Das Manuskript lag vor, aber 2UV hielt sich nicht an den Text, sondern endete mit den ebenso unautoristierten wie prophetischen Worten: "So schreitet der Amateurfunk von Erfolg zu Erfolg voran, und ich zweifle nicht daran, dass wir schon in naher Zukunft eine Station selbst aus Australien empfangen werden können. Vielleicht kommt daher bald der Tag, an dem ein britischer Funkamateur auf den Ätherwellen den Globus umrundet." Diese Bemerkung war eine gezielte Provoktation gegenüber den Behörden, denn damals war Überseeverkehr ausdrücklich untersagt. Eine solche Herausforderung hätte Bill die Sendegenehmigung kosten können.

Cecil A. Jamblin (G)6BT, der erste QSL Manager
Man mag zwar die Urheberschaft von Bill Corsham als "Erfinder" der QSL-Karte anzweifeln, zweifellos aber war Cecil A. Jamblin, (G)6BT aus Bury St. Edmunds der erste QSL-Vermittler. Im Sommer 1926 wurde er in den Vorstand der "Sektion T&R" kooptiert, nachdem er bereits ein Jahr zuvor die Vermittlung von QSL-Karten über eine Zentralanschrift organisiert hatte. Zwar wurde in der "Wireless World" der Begriff "QSL-Karte" noch nicht einmal verwendet, aber man beeilte sich festzustellen, dass die Vermittlung mehrer Karten mit nur einer Postsendung den Mitgliedsbeitrag in kurzer Zeit wieder "einspielen" werde.
(Zitiert nach: John Clarricoats, G6CL, "World at their Fingertips", London, 1967: RSGB)



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